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Was verloren geht, wenn alles Online wird: 7 Gründe für die Kärntner Apotheke vor Ort

Online informieren und liefern lassen: Auch im Gesundheitsbereich spielt das Internet eine immer größere Rolle. Doch gerade, wenn es um Medikamente, Beschwerden, Unsicherheiten oder die persönliche Gesundheit geht, zeigt sich: Nicht alles lässt sich digital ersetzen. Gesundheit braucht Vertrauen, Fachwissen und manchmal auch ein Gespräch von Mensch zu Mensch. Genau das macht die Apotheke vor Ort so unverzichtbar.

Sieben Gründe, warum starke Kärntner Apotheken wichtiger sind, denn je:

Kopfschmerzen, Fieber, eine plötzliche Erkältung oder ein dringendes benötigtes Rezept: Gesundheit braucht rasche Hilfe und hält sich nicht an Lieferzeiten. Die Kärntner Apotheken sind nahe bei den Menschen und können Medikamente sofort ausgeben. Apotheken haben im Schnitt rund 24.000 Medikamentenpackungen gelagert. Jede Apotheke wird drei- bis viermal pro Tag vom pharmazeutischen Großhandel beliefert, sodass nicht vorrätige Medikamente binnen weniger Stunden vor Ort sind und abgegeben werden können. Die meisten Beschwerden brauchen keine lange Suche im Internet, sondern schnelle und zuverlässige Versorgung.

Bei individuellen Bedürfnissen, Lieferengpässen oder während Krisenzeiten: Apothekerinnen und Apotheker können viele Arzneimittel im apothekeneigenen Labor selbst herstellen. Diese „Medikamente nach Maß“ sind besonders bei Unverträglichkeiten, fehlenden passenden Fertigarzneimitteln oder Kinder-Dosierungen unverzichtbar. In Österreich werden jährlich mehr als 3 Millionen Arzneimittel auf diese Weise hergestellt. 

Apotheken haben ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial: Gerade in Zeiten, in denen das Gesundheitssystem stark belastet ist, sollten sie noch stärker in die Versorgung der Bevölkerung eingebunden werden. Damit nicht alle Anliegen von Patientinnen und Patienten gleich in der Ordination oder Spitalsambulanz landen, könnten Apotheken als eine Erstanlaufstelle im Gesundheitssystem etabliert werden. Pharmazeutinnen und Pharmazeuten haben das Fachwissen und die Empathie, um die jeweilige Situation richtig einschätzen zu können und um für Entlastung sorgen. 

Gleichzeitig könnte telemedizinische Beratung in der Apotheke ausgebaut werden: Gerade zu Randzeiten, an Feiertagen oder in Regionen mit wenigen Gesundheitseinrichtungen könnte die Apotheke vor Ort eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Einrichtungen sein. 

Wer die Apotheke vor Ort stärkt, stärkt auch die regionale Wertschöpfung. Apotheken schaffen Arbeitsplätze in Gemeinden, bilden Fachkräfte aus, halten pharmazeutisches Know-how in der Region und zahlen als lokal verwurzelte Einzelunternehmen Steuern dort, wo sie erwirtschaftet werden.

Rund 20.000 Menschen sind in österreichischen Apotheken beschäftigt. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden 4.500 neue, hochwertige und zukunftssichere Arbeitsplätze geschaffen. Eine Verlagerung zu internationalen Online-Anbietern schwächt lokale Betriebe und fördert anonyme Konzerninteressen.

Nicht alle Menschen können oder wollen ihre Gesundheitsversorgung in den digitalen Raum verlegen. Ältere Menschen, Menschen ohne Internetzugang, Personen mit Sprachbarrieren, chronisch Kranke oder Menschen in Notsituationen brauchen eine niederschwellige, gut erreichbare Anlaufstelle. Die Apotheke vor Ort bietet Beratung ohne Termin, ohne digitale Hürden und ohne lange Wartezeit. Sie ist dadurch eine unverzichtbare Drehscheibe in der Nachbarschaft und ein Instrument gegen gesundheitliche Ungleichheit.

Die Apotheke vor Ort ist Teil der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur. In Krisen – etwa bei Pandemien, Lieferengpässen, Energiekrisen, Blackouts oder regionalen Notlagen – braucht es dezentrale, für alle erreichbare Stellen, die Medikamente abgeben, Informationen bereitstellen und Versorgungslücken schließen können.

In stabilen Zeiten werden Apotheken als selbstverständlich wahrgenommen – während einer Krise zeigt sich, wie wertvoll sie als Anlaufstelle für die Bevölkerung vor Ort sein können. 

Medikamente sind keine gewöhnlichen Konsumgüter. Bei ihrer Abgabe muss darauf geachtet werden, ob sie zur Erkrankung, zu anderen Präparaten, zum Alter oder zu bestehenden Leiden wie Allergien passen. Bei einigen Arzneimitteln können falsche Kombinationen problematisch sein. Auch Wechselwirkungen mit scheinbar harmlosen Präparaten wie Tees sind möglich und können eine Therapie negativ beeinflussen. In Sommermonaten sollte außerdem der Einfluss von Hitze auf den menschlichen Körper nicht unterschätzt werden. Bei manchen Arzneimitteln muss die Einnahme an heißen Tagen angepasst werden.

Die Apotheke vor Ort bietet sichere Medikamente, zuverlässige Prüfung der Einnahme und individuelle Beratung. Wer in anonymen Online-Shops kauft, ist hier klar im Nachteil.