Fasten und Medikamente: Was man beachten sollte
Nach dem Fasching beginnt die Fastenzeit. Zahlreiche Menschen versuchen in dieser Phase, bewusst weniger Kalorien zu sich zu nehmen oder ihre Ernährung umzustellen. Das kann für viele Menschen gut funktionieren – solange es zu Lebenssituation und Gesundheit passt. Sobald aber regelmäßig Medikamente im Spiel sind, wird das Thema komplexer: Essenspausen verändern den Stoffwechsel, die Flüssigkeitsbilanz und auch die Verträglichkeit von manchen Arzneimitteln. Der wichtigste Grundsatz lautet deshalb: Medikamente nicht eigenmächtig absetzen oder umstellen, nur weil man fastet.
Nichts auf eigene Faust ändern
Verordnete Medikamente müssen grundsätzlich auch in Fastenzeiten weiter eingenommen werden. Änderungen von Dosis, Einnahmezeit oder Präparat dürfen nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen – besonders, wenn man Medikamente für Herz-Kreislauf, Blutgerinnung, Epilepsie, psychische Erkrankungen, Schilddrüse oder das Immunsystem einnimmt. Auch rezeptfreie Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel gehören in diese Betrachtung, weil sie Wechselwirkungen haben können.
„Zum Essen“ und „nüchtern“ – was das beim Fasten bedeutet
Viele Unsicherheiten entstehen durch die Einnahmehinweise:
- „Mit/zu einer Mahlzeit“ heißt: nicht auf komplett leeren Magen. Sonst können mehr Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit, Magenschmerzen) auftreten oder/und die Aufnahme gestört werden.
- „Nüchtern“ heißt meist: mit Wasser, und mit Abstand zum Essen. Beim Fasten ist man zwar „nüchtern“, dennoch kann der genaue Zeitpunkt wichtig sein – etwa morgens oder mit einem definierten Abstand zu Mahlzeiten.
Medikamente, bei denen Fasten besonders sensibel ist
Einige Wirkstoffgruppen erfordern besonders sorgfältige Planung:
- Diabetesmedikamente (insbesondere Insulin und bestimmte Tabletten): Fasten kann das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen. Hier sind individuelle Anpassungen und häufigere Blutzuckerkontrollen wichtig.
- Entwässerungstabletten und andere Mittel mit Einfluss auf Flüssigkeit/Elektrolyte: Zu wenig Flüssigkeit kann Kreislauf und Nieren belasten und Nebenwirkungen verstärken.
- Magenreizende Medikamente (z. B. manche Schmerzmittel): Sie werden nüchtern oft schlechter vertragen und sollten – wenn medizinisch möglich – eher zu einer Mahlzeit eingenommen werden.
Warnzeichen: Wann man das Fasten beenden solltet
Fasten ist kein Wettbewerb. Wenn deutliche Warnsignale auftreten, ist es sinnvoll (und oft medizinisch geboten), das Fasten zu unterbrechen und Hilfe zu holen. Dazu gehören starke Schwindel- oder Ohnmachtsgefühle, Verwirrtheit, ausgeprägte Schwäche, anhaltendes Erbrechen, starke Bauchschmerzen, Blutungen oder – bei Diabetes – typische Unterzuckerungszeichen wie Zittern, Schwitzen und Herzrasen.
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