HPV: Die wichtigsten Informationen zur Prävention
Der Welt-HPV-Tag am 4. März macht darauf aufmerksam, dass Humane Papillomviren (HPV) weit verbreitet sind und bestimmte Typen Krebs verursachen können. Gleichzeitig gehören HPV zu den wenigen Krebsursachen, gegen die es eine wirksame Impfung gibt. Durch frühzeitige Impfung lassen sich viele HPV-bedingte Erkrankungen verhindern.
Fragen und Antworten zu HPV und zur HPV-Impfung
HPV steht für Humane Papillomviren. Es handelt sich um eine große Virusgruppe mit über 200 bekannten Typen, die Haut und Schleimhäute infizieren können. Man unterscheidet Niedrigrisiko-Typen, die beispielsweise Genitalwarzen verursachen, und Hochrisiko-Typen, die Krebs auslösen können. Besonders bekannt sind die Hochrisiko-Typen 16 und 18, die für einen Großteil der Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich sind.
HPV werden hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen, insbesondere durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt im Intimbereich. Eine Ansteckung ist auch ohne vollständigen Geschlechtsverkehr möglich. Da HPV sehr leicht übertragbar sind, infizieren sich die meisten Menschen kurz nach Beginn ihrer sexuellen Aktivität. Kondome senken das Risiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz.
HPV-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Schätzungen zufolge infizieren sich bis zu 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal. In den meisten Fällen verläuft die Infektion unbemerkt und heilt innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus. Nur ein kleiner Teil der Infektionen bleibt dauerhaft bestehen.
Bestimmte HPV-Typen können Zellveränderungen verursachen, aus denen sich über Jahre Krebs entwickeln kann. Dazu zählen insbesondere Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs im Analbereich, im Mund- und Rachenraum sowie an Penis oder Vulva. Niedrigrisiko-Typen führen häufig zu gutartigen, aber unangenehmen Genitalwarzen. Je nach Virustyp und Dauer der Infektion unterscheidet sich das Erkrankungsrisiko deutlich.
In Österreich wird ein 9-fach Impfstoff gegen HPV empfohlen. Er deckt die Typen HPV 6,11 (Genitalwarzen) und 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 ab. Diese HPV-Typen sind für insgesamt 90 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen verantwortlich. Die Impfung regt das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an, sodass eine spätere Infektion verhindert werden kann. Sie wirkt am besten, wenn sie vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt.
Der größte individuelle Schutz wird erreicht, wenn die HPV-Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt – idealerweise im Alter zwischen 9 und 11 Jahren. In diesem Zeitraum spricht das Immunsystem besonders gut auf die Impfung an, und eine Ansteckung mit HPV hat in der Regel noch nicht stattgefunden. Aber auch Personen, die bereits sexuell aktiv sind, können von der Impfung profitieren, da sie vor HPV-Typen schützt, mit denen noch keine Infektion besteht.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 21. Lebensjahr erhalten die HPV-Impfung kostenlos. Für Personen vom 21. bis zum 30. Geburtstag ist eine kostenfreie Impfung im Rahmen eines Impfangebots von Bund, Ländern und Sozialversicherung teilweise noch möglich: Erstimpfungen waren bis zum 31.12.2025 kostenfrei, Zweitimpfungen sind noch bis zum 30.6.2026 kostenfrei.
Zwar ist Gebärmutterhalskrebs die HPV-bedingt Krebsart, die am häufigsten auftritt, doch auch Burschen und Männer können an HPV-bedingten Krebsarten erkranken, zum Beispiel im Anal- oder Rachenbereich. Zudem tragen sie zur Weiterverbreitung des Virus bei. Die Impfung schützt daher sowohl individuell als auch im Sinne einer besseren Gemeinschaftsprotektion.
HPV ist zwar weit verbreitet, doch die schwerwiegenden Folgen sind in vielen Fällen vermeidbar. Die HPV-Impfung ist eine wirksame Maßnahme zur Krebsprävention bei Mädchen und Burschen. In Kombination mit regelmäßiger Vorsorge kann sie dazu beitragen, HPV-bedingte Krebsarten deutlich zu reduzieren. Wer sich zur HPV-Impfung oder anderen Impfungen kompetent beraten lassen möchte, findet in der Apotheke vor Ort die richtigen Ansprechpartner:innen.
(Foto Virus: © iStock/quantic69; Foto Impfberatung: © Hörmandinger)