Vegetarische Ernährung: Vorurteile auf dem Prüfstand
Rund um die vegetarische Ernährung kursieren zahlreiche Mythen und Halbwahrheiten. Doch was ist tatsächlich dran an Aussagen wie „Vegetarier:innen haben immer Eisenmangel“ oder „Ohne Fleisch fehlt die Kraft“? Anlässlich des Weltvegetariertages haben wir die häufigsten Behauptungen unter die Lupe genommen.
„Vegetarier:innen haben immer Eisenmangel.“
Vegetarier:innen haben nicht automatisch einen Eisenmangel. Zwar wird pflanzliches Eisen vom Körper etwas schlechter aufgenommen als Eisen aus Fleisch, dennoch kann der Bedarf durch eine ausgewogene Ernährung gut gedeckt werden. Gute pflanzliche Eisenquellen sind beispielsweise Linsen, Bohnen, Nüsse und Vollkornprodukte.
„Pflanzliches Eiweiß ist minderwertig.“
Pflanzliches Eiweiß kann den Körper genauso mit wichtigen Aminosäuren versorgen. Entscheidend ist die Vielfalt auf dem Teller. Zu besonders eiweißreichen vegetarischen Lebensmitteln zählen Hülsenfrüchte, Tofu und andere Sojaprodukte, Nüsse und Samen, Milchprodukte und Eier.
„Kinder können sich vegetarisch ernähren.“
Eine ausgewogene vegetarische Ernährung kann auch für Kinder geeignet sein. Allerdings sollte sie gut geplant werden, damit ausreichend Energie sowie wichtige Nährstoffe wie Eisen, Jod, Vitamin D und Eiweiß aufgenommen werden. Besonders wichtig sind ausreichend Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte sowie Milch und Milchprodukte bzw. geeignete Alternativen.
„Vegetarisch essen ist automatisch gesund.“
Vegetarisch bedeutet nicht automatisch gesund. Auch vegetarische Lebensmittel können viel Zucker, Salz oder Fett enthalten. Negativbeispiele sind Chips, Süßigkeiten, stark verarbeitete Fleischersatzprodukte und Fast Food.
„Vegetarier:innen bekommen zu wenig Vitamin B12.“
Vitamin B12 kommt hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vor. Wer Milchprodukte und Eier konsumiert, nimmt in der Regel B12 auf. Bei einer rein pflanzlichen, sprich veganen Ernährung ist eine Supplementierung erforderlich.
„Vegetarische Ernährung macht nicht satt.“
Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Nüsse sorgen oft sogar für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl als stark verarbeitete Lebensmittel.
„Ohne Fleisch fehlt die Kraft.“
Kraft und Leistungsfähigkeit hängen von der gesamten Energie- und Nährstoffversorgung ab. Wichtig sind ausreichend Kalorien, Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Viele Leistungs- und Ausdauersportler:innen ernähren sich vegetarisch.
„Vegetarische Ernährung ist teuer.“
Grundnahrungsmittel wie Bohnen, Linsen, Erbsen, Haferflocken, Kartoffeln oder saisonales Gemüse sind in der Regel günstiger als Fleisch und Wurstwaren. Teuer wird vegetarische Ernährung meist erst durch Spezial- und Fleischersatzprodukte.
„Vegetarische Ernährung führt automatisch zu Gewichtsverlust.“
Wer mehr Energie aufnimmt als verbraucht, nimmt unabhängig von der Ernährungsform zu. Auch vegetarische Süßigkeiten, Snacks oder Fertigprodukte können viele Kalorien enthalten.
Viele Vorurteile gegenüber der vegetarischen Ernährung halten sich hartnäckig, obwohl sie längst widerlegt sind. Entscheidend ist nicht, ob Fleisch auf dem Teller liegt, sondern wie ausgewogen und abwechslungsreich die Ernährung insgesamt gestaltet ist. Wer auf eine gute Nährstoffversorgung achtet, kann sich vegetarisch genussvoll, sättigend und gesund ernähren.
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