Sonnenschutz: Was man über den Lichtschutzfaktor wissen sollte
Wer eine Sonnencreme oder ein anderes Sonnenschutzmittel kauft, orientiert sich häufig am Lichtschutzfaktor (LSF). Ob LSF 20, 30 oder 50(+) – die Zahl vermittelt den Eindruck, wie gut ein Sonnenschutzmittel schützt. Doch was genau bedeutet der Lichtschutzfaktor eigentlich? Und welche Faktoren beeinflussen die tatsächliche Schutzwirkung?
Der Lichtschutzfaktor ist zwar ein wichtiger Anhaltspunkt, sollte jedoch immer im Zusammenhang mit dem eigenen Hauttyp, der Intensität der Sonneneinstrahlung am Aufenthaltsort und der richtigen Anwendung betrachtet werden.
Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?
Der Lichtschutzfaktor beschreibt den Schutz eines Sonnenschutzmittels vor UVB-Strahlen, die hauptsächlich für Sonnenbrand verantwortlich sind. Vereinfacht gesagt gibt der LSF an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut theoretisch verlängert.
Beispiel zur Berechnung der Schutzzeit:
- Eigenschutzzeit der Haut: 10 Minuten
- Sonnencreme mit LSF 30
- Theoretische Schutzdauer: 10 × 30 = 300 Minuten
Diese Berechnung gilt jedoch nur unter idealen Laborbedingungen. In der Praxis spielen zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle, weshalb die theoretische Schutzzeit keinesfalls vollständig ausgeschöpft werden sollte. Üblicherweise wird empfohlen, höchstens etwa 60 Prozent der theoretischen Schutzdauer zu nutzen.
Wovon hängt die Eigenschutzzeit der Haut ab?
Die Eigenschutzzeit unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt unter anderem ab von:
- Hauttyp
- Hautfarbe
- Jahreszeit
- Tageszeit
- geografischer Lage
- Höhenlage
- UV-Index
- Reflexion durch Wasser, Sand oder Schnee
Gerade an sonnigen Sommertagen oder im Urlaub kann die UV-Belastung deutlich höher sein als gewohnt. Darum empfiehlt es sich, immer den UV-Index am jeweiligen Aufenthaltsort zu berücksichtigen. Dieser stellt ein international normiertes Maß für die Intensität der im Sonnenlicht enthaltenen UV-Strahlung auf der Erdoberfläche dar.
Der LSF schützt nur vor UVB-Strahlung
Viele Menschen gehen davon aus, dass der Lichtschutzfaktor den gesamten UV-Schutz beschreibt. Tatsächlich bezieht sich der LSF ausschließlich auf den Schutz vor UVB-Strahlung.
Ebenso wichtig ist jedoch der Schutz vor UVA-Strahlen. Diese dringen tiefer in die Haut ein und tragen unter anderem zu vorzeitiger Hautalterung, Pigmentflecken und einem erhöhten Hautkrebsrisiko bei.
Ein gutes Sonnenschutzmittel sollte deshalb sowohl einen UVB- als auch einen UVA-Schutz bieten. Dies ist an dem UVA-Symbol im Kreis auf der Verpackung erkennbar. Nach europäischen Empfehlungen muss der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen UVB-Schutzes betragen.
Bedeutet ein höherer LSF automatisch deutlich besseren Schutz?
Nicht unbedingt. Mit steigenden Lichtschutzfaktoren nimmt die Schutzwirkung zwar zu, allerdings nicht proportional. Der Unterschied zwischen LSF 30 (ca. 97 % abgehaltene UVB-Strahlung) und LSF 50 (ca. 98 % abgehaltene UVB-Strahlung) erscheint auf den ersten Blick gering. Dennoch kann er insbesondere für Menschen mit sehr heller oder empfindlicher Haut, Kinder sowie bei intensiver Sonneneinstrahlung (z. B. im Hochgebirge oder am Meer) oder längerer Aufenthaltsdauer sinnvoll sein.
Wichtig zu wissen: Nachcremen verlängert die maximale Schutzdauer nicht. Es hilft aber dabei, den bestehenden Schutz aufrechtzuerhalten, wenn ein Teil der Sonnencreme entfernt wurde (z.B. durch Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen).
(Foto Sonnenstrahlen: © iStock.com/riomiwa)