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Warum Gesundheitstests in Apotheken wirksame Prävention bedeuten

Gesundheitstests in Apotheken sind ein unkompliziertes und ausgesprochen kosteneffizientes Präventionsmittel. (Foto: Husar)

Das österreichische Gesundheitssysteme steht vor großen Herausforderungen: steigende Behandlungskosten, eine alternde Bevölkerung und chronische Erkrankungen wie Diabetes belasten die Gesundheitsbudgets und Versorgungsstrukturen zunehmend. Umso wichtiger wird Prävention – und zwar dort, wo sie die Menschen tatsächlich erreicht. Gesundheitstests in Apotheken zeigen eindrucksvoll, wie frühzeitige Vorsorge nicht nur die individuelle Gesundheit verbessert, sondern auch erhebliche Kosten für das Gesundheitssystem einspart.

Früh erkennen statt spät behandeln

Viele chronische Erkrankungen entwickeln sich schleichend. Diabetes ist dafür ein klassisches Beispiel: Betroffene leben oft jahrelang mit erhöhten Blutzuckerwerten, ohne Symptome wahrzunehmen oder ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wird die Erkrankung erst spät erkannt, sind Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervenschäden oder Krankenhausaufenthalte häufig bereits Realität – mit hohen persönlichen und finanziellen Folgen.

Niederschwellige Gesundheitstests in Apotheken setzen genau hier an. Sie ermöglichen es, Risiken frühzeitig zu erkennen – unkompliziert, wohnortnah und ohne lange Wartezeiten. Apotheken erreichen dabei auch Menschen, die sonst keine Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen würden. Die Kombination aus Point-of-Care-Tests (POC-Tests) und fachkundiger Beratung schafft einen unmittelbaren Mehrwert: Testergebnisse liegen rasch vor und können direkt besprochen werden, inklusive konkreter Empfehlungen für die nächsten Schritte.

Diabetes-Vorsorge in Kärnten als Beispiel: Prävention mit messbarem Effekt

Wie groß das Potenzial solcher Maßnahmen ist, zeigt eine aktuelle Auswertung aus Kärnten. Dort wurden im Oktober 2025 im Rahmen einer Diabetes-Vorsorgeaktion in 60 Apotheken rund 5.600 Langzeitblutzucker-POC-Tests durchgeführt. Das Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) analysierte die Ergebnisse mithilfe eines Budget-Impact-Modells – mit beeindruckenden Resultaten.

Bei rund 35 Prozent der getesteten Personen wurde entweder ein Diabetes-Vorstadium (Prädiabetes) oder bereits Diabetes festgestellt. Konkret wiesen 29,4 Prozent ein erhöhtes Risiko auf, 5,3 Prozent litten bereits an Diabetes. Ohne diese Tests wären viele dieser Fälle unentdeckt geblieben.

Der volkswirtschaftliche Effekt ist erheblich: Über einen Zeitraum von fünf Jahren spart das Kärntner Gesundheitssystem durch diese Apothekentests insgesamt 6,76 Millionen Euro im Vergleich zum Nicht-Testen. Die Einsparungen steigen dabei von Jahr zu Jahr – von rund 58.000 Euro im ersten Jahr bis zu etwa 2,5 Millionen Euro im fünften Jahr.

Kosten sparen durch frühzeitiges Handeln

Der größte Spareffekt entsteht dadurch, dass weniger Krankheitsfälle unerkannt bleiben. Nicht erkannte Prädiabetes- und Diabetesfälle verursachen langfristig besonders hohe Kosten, etwa durch Komplikationen und stationäre Aufenthalte. Gesundheitstests in Apotheken wirken damit wie eine „Kostenbremse“: Sie verursachen kurzfristig nur geringe Zusatzkosten, verhindern aber langfristig teure Krankheitsverläufe. Frühere ärztliche Diagnosen, die durch die Testungen begünstigt werden, ermöglichen rechtzeitige Therapie und Lebensstiländerungen, bremsen die Progression der Erkrankung und reduzieren Folgeschäden. 

Besonders bei Diabetes zeigt sich der Nutzen klar: Die Verhinderung des Übergangs von Prädiabetes zu manifestem Diabetes spart nicht nur Geld, sondern erhält Lebensqualität. Gesundheitstests in Apotheken sind daher weit mehr als ein zusätzliches Service. Sie sind eine Investition in die Zukunft – für die einzelne Patientin und den einzelnen Patienten ebenso wie für das gesamte Gesundheitssystem.