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Weltkrebstag: Wie Krankenhausapotheker:innen onkologische Therapien optimieren

Die Herstellung von patientenindividuellen Krebsmedikamenten zählt zu den wichtigen Versorgungsleistungen der Krankenhausapotheken. (Foto: © Wiedemayr)

Die personalisierte Krebsbehandlung hat in den vergangenen Jahren maßgeblich an Bedeutung gewonnen. Moderne onkologische Therapien sind zunehmend auf die individuellen biologischen Eigenschaften von Tumoren und Patient:innen abgestimmt. Dieser Fortschritt bringt jedoch eine wachsende Komplexität in der Arzneimitteltherapie mit sich. In Österreich leisten Krankenhausapotheker:innen einen wesentlichen Beitrag dazu, dass individualisierte Krebstherapien sicher, wirksam und patientenorientiert umgesetzt werden können.

Als integraler Bestandteil interdisziplinärer Behandlungsteams arbeiten Krankenhausapotheker:innen eng mit Onkolog:innen, Pflegefachkräften und weiteren Gesundheitsberufen zusammen. Ihre pharmazeutische Expertise fließt in die Auswahl, Planung und Optimierung komplexer Therapieschemata ein. Insbesondere bei zielgerichteten Therapien, Immuntherapien und individuell angepassten Dosierungen ist ihre fachliche Mitwirkung entscheidend, um Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten.

Individuelle Krebsmedikamente aus dem Reinraum
Ein zentraler Aufgabenbereich der Krankenhausapotheke ist die patientenindividuelle Herstellung von onkologischen Arzneimitteln. In extrem sauberen Reinraumbereichen werden Zytostatika und andere Krebsmedikamente individuell dosiert und unter höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards zubereitet. Dabei werden patientenspezifische Faktoren wie Körperoberfläche, Organfunktion, Begleiterkrankungen oder Unverträglichkeiten berücksichtigt, um eine möglichst präzise Therapie zu ermöglichen.

Individuelle Krebsmedikamente werden von den Krankenhausapotheker:innen in speziellen Reinräumen hergestellt. (Foto: © Wiedemayr)

Mehr Sicherheit durch pharmazeutische Kontrolle
Darüber hinaus tragen Krankenhausapotheker:innen wesentlich zur Therapiesicherheit bei. Durch Plausibilitätsprüfungen, die Bewertung potenzieller Arzneimittelinteraktionen sowie die Überwachung und medikamentöse Linderung therapiebedingter Nebenwirkungen helfen sie, Risiken zu minimieren und Therapieabbrüche zu vermeiden. Gerade bei zunehmend komplexen Medikationsregimen ist diese pharmazeutische Kontrolle ein unverzichtbarer Bestandteil der Qualitäts- und Sicherheitsstrategie in der Onkologie.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Beratung und Begleitung von Patient:innen. Krankenhausapotheker:innen unterstützen bei Fragen zur richtigen Anwendung von Krebsmedikamenten, zur Handhabung von Nebenwirkungen sowie zur Therapietreue. Diese kontinuierliche pharmazeutische Betreuung trägt dazu bei, den Therapieerfolg zu sichern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Eine Rolle mit wachsender Bedeutung
Angesichts neuer Therapieformen, zunehmender Individualisierung und steigender Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit wird die Rolle der Krankenhausapotheker:innen in der Krebsbehandlung weiter an Bedeutung gewinnen. Ihre Arbeit findet meist im Hintergrund statt, ist aber ein ganz wesentlicher Baustein einer patient:innenzentrierten und zukunftsorientierten Onkologie.

(beide Fotos: © Wiedemayr)