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Wie un(gesund) ist Schokolade? 

Schokolade – kaum ein Lebensmittel ist so beliebt und gleichzeitig so umstritten. Für die einen ist sie reiner Genuss, für die anderen eine ungesunde Kalorienfalle. Doch Schokolade ist nicht gleich Schokolade: Je nach Sorte und Zusammensetzung kann sie durchaus positive Effekte auf Körper und Stimmung haben – oder eben genau das Gegenteil bewirken. Entscheidend sind Menge, Qualität und Kakaoanteil.

(Foto: © istock.com/limpido)

Schokolade besteht im Wesentlichen aus Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker und – bei Milchschokolade – Milchpulver. Der wichtigste Inhaltsstoff ist dabei der Kakao, denn er enthält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide), Mineralien und sogar etwas Magnesium und Eisen.

Diese Kakao-Inhaltsstoffe wirken antioxidativ, können also Zellen vor schädlichen freien Radikalen schützen. Außerdem beeinflussen sie die Durchblutung positiv und können den Blutdruck leicht senken. Je höher der Kakaoanteil, desto stärker sind diese positiven Effekte – und desto weniger Zucker steckt meist in der Tafel.

So lecker sie schmeckt, Schokolade enthält auch reichlich Kalorien, Zucker und Fett. Besonders Milchschokolade und weiße Schokolade sind wahre Zuckerbomben – oft besteht mehr als die Hälfte ihres Gewichts aus Zucker. Dazu kommt ein hoher Anteil gesättigter Fettsäuren aus Kakaobutter und Milchfett.

Wer regelmäßig große Mengen isst, riskiert daher Gewichtszunahme, Karies und langfristig Störungen des Zuckerstoffwechsels. Die Kombination aus Zucker und Fett aktiviert zudem das Belohnungssystem im Gehirn – deshalb fällt es so schwer, nach einem Stück aufzuhören.

Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil (ab etwa 70 Prozent) enthält weniger Zucker, dafür mehr Kakao und damit auch mehr gesunde Pflanzenstoffe. Studien zeigen, dass moderate Mengen dunkler Schokolade – etwa 20 bis 30 g täglich – positive Effekte auf Herz-Kreislauf-System und Stimmung haben können. Beispiele für vorteilhafte Inhaltsstoffe in dunkler Schokolade sind Flavanole (erweitern die Gefäße und fördern die Durchblutung), Theobromin (wirkt wie ein milder Wachmacher, ähnlich wie Koffein) und Tryptophan  eine Aminosäure, die die Bildung von Serotonin unterstützt).

Wichtig ist aber: Auch dunkle Schokolade ist kein Gesundheitsmittel, sondern eine Genusslebensmittel – die konsumierte Menge entscheidet über Nutzen oder Schaden.

Weiße Schokolade enthält überhaupt keinen Kakao, sondern nur Kakaobutter, Zucker und Milchpulver – gesunde Pflanzenstoffe sucht man hier vergeblich. Vollmilchschokolade liegt in der Mitte: etwas Kakao, aber meist viel Zucker und Fett. Wer sie genießt, sollte das bewusst und in kleinen Mengen tun – als gelegentliche Belohnung, nicht als tägliche Gewohnheit.

Bei Schokolade lohnt es sich, auf Qualität zu achten und auf folgende Aspekte zu achten:

  • Je höher der Kakaoanteil, desto besser.
  • Kurze Zutatenlisten mit wenig Zucker und ohne Palmfett sind ein gutes Zeichen.
  • Fair-Trade- und Bio-Produkte fördern nachhaltigen Kakaoanbau und enthalten oft weniger Zusatzstoffe.

Schokolade ist also weder Gift noch Gesundheitswunder – sondern ein Genussmittel mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. In Maßen und mit hohem Kakaoanteil kann sie Teil einer ausgewogenen Ernährung sein und sogar kleine positive Effekte haben. In großen Mengen und bei zuckerreichen Sorten überwiegen jedoch die Nachteile.