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Assistierte Telemedizin „doc@apo“ in der Apotheke

Plötzlich Beschwerden, aber die Ordination hat schon geschlossen? In ausgewählten Apotheken sprechen Sie per Video mit einer Ärztin oder einem Arzt – vertraulich, ohne Termin und begleitet von Ihrem Apothekenteam.

Bei doc@apo sprechen Patient:innen in ausgewählten Apotheken per Video mit einer Ärztin oder einem Arzt – vertraulich, ohne Termin und begleitet von Ihrem Apothekenteam.

Was ist assistierte Telemedizin?

Sie führen ein ärztliches Gespräch per Video, aber nicht allein zu Hause, sondern in einem geschützten Beratungsraum Ihrer Apotheke. Das Apothekenteam klärt vorab, ob das Angebot für Sie passt, und führt bei Bedarf einfache Untersuchungen durch, etwa eine Blutdruckmessung. Die Ergebnisse fließen direkt in das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt ein. Ein e-Rezept lösen Sie gleich vor Ort ein, samt Beratung zur Anwendung.

Warum es dieses Angebot braucht

Am Freitagnachmittag und am Wochenende sind viele Ordinationen geschlossen, besonders im ländlichen Raum. Oft bleibt nur die Spitalsambulanz, auch bei Beschwerden, die dort gar nicht behandelt werden müssten. Das bedeutet lange Wege und Wartezeiten für die Betroffenen und eine zusätzliche Belastung für das Gesundheitssystem. Apotheken sind auch zu diesen Zeiten geöffnet und wohnortnah erreichbar. Die assistierte Telemedizin nutzt diese Nähe, damit niemand die Apotheke unversorgt verlassen muss.

So funktioniert’s

1. Mit e-Card in die Apotheke kommen. Sie kommen ohne Termin mit Ihrem Gesundheitsanliegen und Ihrer e-Card in eine teilnehmende Apotheke.

2. Eignung klären. Das Apothekenteam klärt, ob das Angebot für Sie passt, und führt bei Bedarf einfache Untersuchungen durch, etwa eine Blutdruckmessung.

3. Per Video mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Das Gespräch findet vertraulich in einem separaten Bereich der Apotheke statt.

4. Gleich vor Ort versorgt werden. Wird ein Rezept ausgestellt, lösen Sie es direkt in der Apotheke ein.

Assistierte Telemedizin wird ausschließlich an den Randzeiten der ärztlichen Ordinationen angeboten – freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr.

Wobei hilft die assistierte Telemedizin?

Das Angebot eignet sich für akute, nicht lebensbedrohliche Beschwerden. Typische Anliegen sind etwa:

  • Atemwegserkrankungen, grippale Infekte und Erkältungen
  • Bindehautentzündung
  • Ohrenentzündung oder Ohrenschmerzen
  • Harnwegsinfektionen
  • Hauterkrankungen und Hautausschläge
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Migräne, Rückenschmerzen und andere Schmerzen
  • Bluthochdruck- und Kreislaufprobleme
  • abgelaufenes Rezept oder Folgeverordnung
  • Versorgung nach einer Entlassung aus dem Spital
Die assistierte Telemedizin in der Apotheke hilft Patient:innen schnell und wohnortnah, entlastet die Spitalsambulanzen und spart Kosten. (Foto: © Husar)

Ergebnisse aus Wien und Oberösterreich

Fünf Monate lang, von Februar bis Juni 2026, hat die Österreichische Apothekerkammer die assistierte Telemedizin in 15 Apotheken in Wien und Oberösterreich im Rahmen eines Pilotprojekts erprobt. 

Die Ergebnisse zeigen: Die assistierte Telemedizin in der Apotheke hilft Patient:innen schnell und wohnortnah, entlastet die Spitalsambulanzen und spart Kosten. Weil sie sich in allen Apotheken einheitlich und standardisiert umsetzen lässt, ist das Ziel klar: Telemedizin in der Apotheke österreichweit in die Regelversorgung aufzunehmen. Alle Infos zu den Ergebnissen in Wien und OÖ hier. 

Die Vorteile auf einen Blick

  • Verbessert die regionale Versorgung. Ärztliche Hilfe auch dann, wenn die Ordination geschlossen ist – wohnortnah in der Apotheke, gerade im ländlichen Raum.
  • Entlastet überfüllte Spitalsambulanzen. Im Pilotprojekt sank der Anteil jener, die in eine Ambulanz gegangen wären, von 24 % auf unter 1 %.
  • Spart unnötige Kosten. Eine Konsultation in der Apotheke ist pro Fall 20 bis 70 Euro günstiger als andere Anlaufstellen.

Jetzt in Salzburg: Pilotprojekt doc@apo

Seit 25. September 2026 gibt es die assistierte Telemedizin in 12 ausgewählten Apotheken im Land Salzburg, von der Stadt Salzburg bis Saalbach. Umgesetzt wird das Pilotprojekt von der Apothekerkammer Salzburg gemeinsam mit UNIQA Health Services und Mavie Next, finanziell unterstützt vom Land Salzburg. Es läuft bis Anfang 2027. Alle Infos und teilnehmende Apotheken finden Sie hier.