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Stille Abwehr: Wie unser Immunsystem funktioniert

Täglich ist unser Körper unzähligen Keimen ausgesetzt – Viren, Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen. Trotzdem bleiben wir die meiste Zeit gesund. Der Grund dafür ist ein hochkomplexes Abwehrsystem, das ständig im Hintergrund arbeitet: das Immunsystem. Es erkennt Eindringlinge, bekämpft sie und merkt sich, mit welchen Erregern es schon einmal zu tun hatte.

Unser Immunsystem ist ein Meisterwerk der Evolution und schützt uns vor einer Vielzahl an Krankheitserregern. (Foto: © iStock.com/quantic69)

Die erste Verteidigungslinie: angeborene Immunität

Das Immunsystem besteht aus mehreren Schutzebenen. Die erste ist die angeborene Abwehr, die sofort reagiert, wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen. Zu ihr gehören Haut und Schleimhäute – physische Barrieren, die verhindern, dass Keime überhaupt eindringen.

Wenn Erreger es dennoch schaffen, greifen spezialisierte Zellen wie Fresszellen (Makrophagen) oder natürliche Killerzellen ein. Sie erkennen fremde Strukturen, verschlingen oder zerstören sie und setzen Botenstoffe frei, die Entzündungsreaktionen auslösen. Diese Entzündungen sind zwar unangenehm, aber notwendig: Sie signalisieren dem Körper, dass er Abwehrkräfte mobilisieren muss.

Die zweite Verteidigungslinie: erworbene Immunität

Während die angeborene Abwehr sofort reagiert, braucht die erworbene (adaptive) Immunität etwas mehr Zeit – ist dafür aber gezielter. Im Zentrum stehen die Lymphozyten, also B- und T-Zellen.

B-Zellen produzieren Antikörper, die sich an Erreger anheften und sie unschädlich machen oder markieren, damit andere Immunzellen sie beseitigen können. T-Zellen wiederum erkennen infizierte Körperzellen und zerstören sie direkt. Beide Zelltypen lernen dazu: Sie speichern Informationen über besiegte Erreger und bilden ein „immunologisches Gedächtnis“.

Diese Erinnerung erklärt, warum wir viele Infektionen – etwa Windpocken – nur einmal durchmachen oder warum Impfungen so wirksam sind: Sie trainieren das Immunsystem, ohne dass man die eigentliche Krankheit durchstehen muss.

Ein starkes Immunsystem bedeutet nicht, dass es ständig aktiv ist. Entscheidend ist das Gleichgewicht. Eine zu schwache Abwehr lässt Infekte zu, eine überaktive hingegen kann Allergien oder Autoimmunerkrankungen auslösen, bei denen der Körper eigene Zellen angreift. Darum spielt auch die Regulation eine große Rolle: Bestimmte T-Zellen bremsen die Immunreaktion, sobald die Gefahr vorüber ist. So verhindert der Körper, dass Entzündungen chronisch werden oder Gewebe schädigen.

Wie lässt sich das Immunsystem unterstützen?

Damit das Immunsystem zuverlässig arbeitet, braucht es Energie, Nährstoffe und einen gesunden Lebensstil. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressabbau sind die einfachsten, aber wirkungsvollsten Mittel. Auch der Darm – Heimat des größten Teils unserer Immunzellen – profitiert von ballaststoffreicher Kost und probiotischen Lebensmitteln.