Wie nimmt man Medikamente richtig ein?
Medikamente helfen uns Krankheiten zu überwinden, gesund zu bleiben und Schmerzen zu lindern. Doch nur ein richtig angewendetes Medikament kann seine volle Wirkung entfalten. Auch pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel müssen korrekt eingenommen, dosiert und aufeinander abgestimmt werden, um das beste Ergebnis zu erzielen. Daher ist eine umfassende Arzneimittelberatung durch Apotheker:innen bei der Abgabe von Medikamenten dringend erforderlich!
Fragen und Antworten zur Medikamenteneinnahme
- Nehmen Sie Ihre Tabletten, Kapseln und Dragees stehend oder aufrecht sitzend mit einem Glas Leitungswasser ein! Fruchtsäfte, Milch, Kaffee, Tee oder Limonaden eignen sich dafür nicht.
- Beachten Sie die Gebrauchsinformation und fragen Sie bei Unsicherheit Ihre Ärztin/Ihren Arzt bzw. Ihre Apothekerin/Ihren Apotheker.
- Verzichten Sie bei der Einnahme von Medikamenten auf Alkohol!
Die verordnete Dosis ist einmal am Tag zu einer bestimmten Uhrzeit einzunehmen. Die Einnahme muss jeden Tag zur selben Uhrzeit plus/minus zwei Stunden erfolgen.
Das Medikament wird alle 12 Stunden eingenommen. So wird ein ausreichend hoher Wirkstoffgehalt im Blut gewährleistet.
Beispiel: Wird eine Dosis zum Frühstück um 8 Uhr genommen, sollte die zweite Dosis erst um 20 Uhr (plus/minus ca. eine Stunde) eingenommen werden.
In diesem Fall erfolgt die Einnahme alle 8 Stunden – plus/minus einer halben Stunde! Gerade bei dieser Form der Dosierung werden die häufigsten Fehler gemacht, da die landläufige Dosierung morgens, mittags, abends die Wirkung nicht optimal gewährleistet.
Der verlängerte Zeitintervall über Nacht mit 12 bis 14 Stunden gegenüber den 8 Stunden ist zu groß, sodass es zu einem Wirkstoffverlust kommen kann.
Die Einnahme viermal täglich ist ebenso genau einzuhalten. Hierbei wird die Dosis alle 6 Stunden verabreicht.
Das Arzneimittel sollte 30 bis 60 Minuten vor dem Essen und frühestens zwei Stunden nach dem Essen eingenommen werden.
Nehmen Sie Ihr Medikament mindestens 1 Stunde (!) vor dem Essen.
Nehmen Sie Ihr Medikament während/unmittelbar nach der Mahlzeit ein.
Dieser Hinweis kann für Verwirrung sorgen und unterschiedlich gemeint sein. Häufig finden sich im Beipackzettel genauere Angaben, wie z.B. „unmittelbar nach der Mahlzeit“ oder „Einnahme zwei Stunden nach dem Essen“.
Dieser Hinweis kann für Verwirrung sorgen und unterschiedlich gemeint sein. Häufig finden sich im Beipackzettel genauere Angaben, wie z.B. „unmittelbar nach der Mahlzeit“ oder „Einnahme zwei Stunden nach dem Essen“.
Manche Lebensmittel vertragen sich schlecht mit Medikamenten und können deren Wirksamkeit und Verträglichkeit beeinflussen. Kaffee, Tee, Milch bzw. Milchprodukte wie Käse, Grapefruitsaft oder alkoholische Getränke, aber auch einige Gemüsesorten können diese Effekte auslösen. So wirken manche Antibiotika schlechter, wenn man sie mit Milch oder Milchprodukten einnimmt bzw. diese kurz nach der Einnahme trinkt. Eisentabletten wirken hingegen besser, wenn man sie mit einem Glas Orangensaft einnimmt.
Da bei unterschiedlichen Medikamenten, unterschiedliche Dinge zu beachten sind, sollten Sie die korrekte Einnahme mit Ihren Apotheker:innen oder Ärzt:innen besprechen bzw. die Gebrauchsinformation zu Rate ziehen.
Tabletten werden oftmals nicht nur zur Reduktion der Dosis geteilt, sondern auch zur erleichterten Einnahme zerteilt, zerstoßen oder in Flüssigkeit aufgelöst. Weder die Teilung zur Dosisreduktion noch die Teilung zur erleichterten Einnahme sind bei allen Tabletten möglich. Auch nicht alle Kapseln dürfen geöffnet und deren Inhalt ohne Hülle eingenommen werden.
Wenn Sie Probleme beim Schlucken Ihrer Medikamente haben, fragen Sie bitte Ihre Apotheker:innen oder Ärzt:innen, ob ein Zerteilen Ihres Medikaments möglich ist.
Medikamente sollten in der unbeschädigten Originalverpackungen bei Raumtemperatur vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahrt werden. Wegen der Temperaturschwankungen und der teils hohen Luftfeuchtigkeit eignen sich die Küche und das Badezimmer nicht. Eine Lagerung im Kühlschrank ist nur dann notwendig, wenn es ausdrücklich angegeben ist.
Durch die Meldung von vermuteten Nebenwirkungen leisten Sie als Patient:in einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit und die Informationen können helfen, die Sicherheit eines Medikamentes zu verbessern. Wenn Sie Nebenwirkungen nach Einnahme eines bestimmten Medikamentes vermuten, dann informieren Sie Ihre Apotheker:innen.