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Kraftstoff für den Körper: Wieviel Protein braucht unser Körper?

Proteine – umgangssprachlich „Eiweiß“ – sind weit mehr als ein Trendthema im Fitnessstudio. Sie sind lebenswichtige Bausteine unseres Körpers: Sie bilden Muskeln, Enzyme, Hormone und sogar Teile unseres Immunsystems. Ohne ausreichend Eiweiß kann kein Organ richtig funktionieren. Doch wie viel Protein brauchen wir wirklich, welche Quellen sind sinnvoll – und sind Proteinshakes oder Pulver tatsächlich nötig, um Muskeln aufzubauen?

(Foto: © istock.com/Farion_O)

Proteine bestehen aus Aminosäuren, den kleinsten Bausteinen des Lebens. Einige davon kann der Körper selbst herstellen, andere – die essentiellen Aminosäuren – müssen wir über die Nahrung aufnehmen. Ihre Aufgaben sind vielfältig: Vom Muskelaufbau und -erhalt und die Gewebe- und Zellreparatur über die Bildung von Bildung von Enzymen und Hormonen und die Unterstützung des Immunsystems bis zum Transport von Nährstoffen im Blut. Ohne ausreichend Protein kann der Körper weder Muskeln aufbauen noch sich optimal regenerieren.

Wie viel Protein braucht der Mensch?

Der tägliche Proteinbedarf hängt von Alter, Geschlecht, Gewicht und Aktivitätsniveau ab. Gesunde Erwachsene benötigen etwa 0,8 bis 1,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Sportlich aktive Menschen oder Personen im Muskelaufbau profitieren von 1,2 bis 1,8 g/kg. Bei sehr intensiven Trainingsphasen können kurzfristig auch bis zu 2,0 g/kg sinnvoll sein. Wichtig ist eine gleichmäßige Verteilung über den Tag – der Körper kann nur begrenzt Protein auf einmal verwerten. Ideal ist also, zu jeder Mahlzeit eine Eiweißquelle zu integrieren.

Tierische und pflanzliche Eiweißquellen

Proteine kommen in vielen Lebensmitteln vor, unterscheiden sich aber in ihrer biologischen Wertigkeit – also darin, wie gut der Körper sie verwerten kann. Zu den tierischen Eiweißquellen zählen Eier, Milchprodukte (Quark, Joghurt, Käse), Fisch,  Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte. Sie enthalten alle essentiellen Aminosäuren in gut verwertbarer Form. Pflanzliche Proteine sind allerdings nachhaltiger und gesünder für das Herz. Viel Eiweiß enthalten beispielsweise Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen), Sojaprodukte (Tofu, Tempeh, Edamame), Nüsse und Samen (Mandeln, Chiasamen, Hanfsamen) und Vollkorngetreide (Hafer, Quinoa, Hirse). Ideal ist die Kombination verschiedener pflanzlicher Proteine (z.B. Linsen mit Reis).

Proteinpräparate – sinnvoll oder überflüssig?

Immer beliebter sind Proteinpräparate – Pulver, Shakes oder Riegel, die als schneller Eiweißlieferant beworben werden. Sie können in bestimmten Situationen praktisch sein, etwa nach dem Training, wenn keine Mahlzeit zur Verfügung steht, oder bei erhöhtem Bedarf, etwa im Muskelaufbau oder bei älteren Menschen mit geringem Appetit. Für die meisten gesunden Erwachsenen sind sie jedoch nicht notwendig, solange die Ernährung ausgewogen ist. Hochwertige Präparate bestehen aus reinen Eiweißquellen wie Molken-, Milch-, Soja- oder Erbsenprotein und kommen ohne Zuckerzusatz oder künstliche Aromen aus. Übermäßiger Konsum bringt keinen zusätzlichen Nutzen – was der Körper nicht braucht, wird schlicht ausgeschieden oder in Fett umgewandelt.

Insgesamt gilt: Proteine sind unverzichtbar, doch sie wirken am besten im Zusammenspiel mit ausgewogener Ernährung, regelmäßigem Training und ausreichender Erholung. Wer auf natürliche Quellen setzt und seine Mahlzeiten bewusst zusammenstellt, versorgt seinen Körper gut. Hochwertige Proteinpräparate können bei einem erhöhten Bedarf unterstützend wirken.