Sonnenschutz für Kinder: Was gilt es zu beachten?
Kinderhaut ist besonders empfindlich, denn sie ist dünner als die von Erwachsenen und besitzt noch keinen ausgereiften Eigenschutz gegen UV-Strahlung. Schon wenige Sonnenbrände im Kindesalter erhöhen das Risiko für Hautkrebs im späteren Leben deutlich. Deshalb gilt: Sonnenschutz beginnt nicht erst im Urlaub, sondern jedes Mal, wenn der UV-Index (UVI) 3 oder höher erreicht. Kleidung und Schatten sind dabei immer der wichtigste Schutz, kindgerechte Sonnencreme ergänzt diesen.
Babys unter sechs Monaten sollten grundsätzlich nicht direkter Sonne ausgesetzt werden. Sie gehören in den Schatten, am besten unter einen Sonnenschirm oder mit einem leichten, atmungsaktiven Tuch abgedeckt. Helle, langärmelige Kleidung und ein breitkrempiger Hut schützen zusätzlich. Sonnencreme sollte in diesem Alter nur sehr sparsam auf kleine unbedeckte Stellen aufgetragen werden – zum Beispiel auf Hände oder Gesicht, wenn sich Sonne gar nicht vermeiden lässt.
Ab etwa einem halben Jahr dürfen Kinder stärker an die Sonne, doch die Grundregel bleibt: Schatten vor Sonne. Die sogenannte 5-S-Regel hilft, den Überblick zu behalten – Shade (Schatten aufsuchen), Shirt (Kleidung tragen, idealerweise mit UV-Schutzfaktor nach Standard 801), Shield (Hut und Sonnenbrille), Sunscreen (Sonnencreme mit SPF mindestens 30 und UVA-Symbol im Kreis) und Schedule (Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden).
Bei der Wahl des Sonnenschutzmittels sollte man auf „breitbandigen“ Schutz gegen UVA- und UVB-Strahlen achten. Für empfindliche Kinderhaut sind mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid oft besser verträglich als chemische. Die Apotheker:innen vor Ort geben hierzu gerne nützliche Tipps.
Sprays sollten nicht direkt ins Gesicht gesprüht werden – besser in die Handfläche und dann verreiben, damit Kinder keine Partikel einatmen. Wichtig ist die Menge: Für den ganzen Körper braucht ein Kind etwa neun Teelöffel Creme (rund 30–35 ml), für das Gesicht etwa einen Teelöffel. Die Creme sollte 15 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen und alle zwei Stunden sowie nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen erneuert werden – auch bei wasserfesten Produkten.
Besondere Vorsicht ist in den Bergen, am Wasser und im Schnee nötig: Pro 1000 Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um rund zehn Prozent, und reflektierende Oberflächen verstärken die Belastung zusätzlich. Daher gehören Hut bzw. Sonnenkappe, Sonnenbrille und Lippenpflegestift mit UV-Schutz unbedingt ins Gepäck.
Der beste Sonnenschutz für Kinder kombiniert also clevere Gewohnheiten – Kleidung, Schatten, Pausen in der Mittagszeit – mit der richtigen Sonnencreme aus der Apotheke. Wer regelmäßig cremt, ausreichend aufträgt und auf hohe UVA- und UVB-Abdeckung achtet, legt schon im Kindesalter die Grundlage für gesunde Haut ein Leben lang.