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Sicher statt süchtig: Medikamente verantwortungsvoll verwenden

Manche Medikamente können bei falscher Anwendung rasch abhängig machen. (Foto: © iStock.com/Angelica Corneliussen)

Medikamente helfen uns, gesund zu werden und Schmerzen zu lindern – aber nur, wenn sie richtig angewendet werden. Leider kommt es immer wieder vor, dass Medikamente über einen längeren Zeitraum falsch angewendet werden und dadurch eine gefährliche Medikamentenabhängigkeit entsteht. Medikamentenabhängigkeit bedeutet, dass jemand körperlich und/oder psychisch nicht mehr ohne das Medikament auskommt. Das kann sich – ähnlich wie bei illegalen Drogen – in Entzugserscheinungen zeigen oder in einem starken inneren Drang, das Mittel weiter zu nehmen.

Einer Medikamentenabhängigkeit geht sehr oft ein Medikamentenmissbrauch voraus. Von Medikamentenmissbrauch spricht man, wenn Arzneimittel nicht so verwendet werden, wie es vom Arzt oder gemäß der Gebrauchsinformation („Packungsbeilage“) vorgesehen ist – also z. B. zu häufig, in zu hoher Dosis oder ohne medizinische Notwendigkeit. Das kann entweder vorsätzlich oder unabsichtlich geschehen.

Häufige Gründe für Medikamentenmissbrauch:

  • um Schmerzen oder Ängste zu lindern
  • um Rauscherlebnisse zu haben
  • um besser zu schlafen
  • um leistungsfähiger zu sein (z. B. bei beruflichem Stress)
  • einfach aus Gewohnheit oder falscher Neugier

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, aber auch Jugendliche, die experimentieren wollen (= gar keine gute Idee!).

Zu den häufig missbrauchte Medikamentengruppen zählen Schmerzmittel (z.B. mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Diclofenac - riskant bei langfristiger Einnahme; besonders gefährlich: Opioide), Beruhigungs- und Schlafmittel (z.B. Benzodiazepine – hohes Abhängigkeitspotenzial!), Stimulanzien (oft missbraucht, um wach und konzentriert zu bleiben), Abführmittel oder Diuretika (werden häufig aus Schönheitsdruck missbraucht) und gefäßverengende Substanzen (abschwellende Nasensprays).

Ähnlich wie eine Abhängigkeit von illegalen Drogen (z.B. Kokain oder Heroin) ist eine Medikamentenabhängigkeit mit großen Gefahren verbunden. Dazu zählen das Risiko von Überdosierungen (Lebensgefahr!), Kontrollverlust, körperliche Schäden (z.B. an Leber, Nieren, Gehirn), Entzugserscheinungen mit starken körperlichen und psychischen Reaktionen und negative psychische und soziale Folgen (z.B. Depressionen oder Isolation).

Woran erkennt man eine Medikamentenabhängigkeit?

Zeichen, die auf eine Medikamentenabhängigkeit hindeuten, sind u.a. der ständige Drang, das Medikament zu nehmen, heimliches oder verstecktes Konsumverhalten, die Notwendigkeit einer steigender Dosierung, weil die Wirkung nachlässt (Toleranzentwicklung) und Entzugserscheinungen bei Absetzen (z. B. Nervosität, Schwitzen, Schlaflosigkeit).

Der einfachste Weg, um einer Abhängigkeit vorzubeugen, ist, Medikamente verantwortungsvoll einzunehmen – also:

 

  • nur auf ärztliche Anweisung (bei rezeptpflichtigen Medikamenten)
  • Medikamente genau so einnehmen wie es der/die Apotheker:in erklärt
  • nie eigenmächtig die Dosierung oder Einnahmedauer ändern
  • auch rezeptfreie Medikamente nicht unterschätzen
  • keine Medikamente an andere weitergeben oder von anderen annehmen

(Foto: © iStock.com/Angelica Corneliussen)